Naturfilme machen ist keine leichte Aufgabe. Wer’s trotzdem probieren will, rückt meist mit Smartphone und Actioncam aus. Neun Tipps für den gelungenen Hobby-Naturfilm.
1# Steh früh auf Im Filmjargon spricht man von „the golden hour“: Morgen- und Abenddämmerung machen schönes und interessantes Licht. Diese Zeit dauert leider nur kurz, aber dafür werden die Aufnahmen spannend. Im Gegensatz dazu ist das Licht zwischen 10 und 16 Uhr sehr hart und macht harte Schatten.
3# Geh in den Regen. Geh hinaus wenn es regnet oder das Wetter schlecht ist, oft passiert gerade dann das Spannendste in der Tierwelt. Ein bewölkter Himmel macht außerdem schönes, gleichmäßiges Licht.
4# Begib dich auf Augenhöhe. Zeige dein Tier auf Augenhöhe. Ganz tiefe Aufnahmen kann man mit einem umgedrehten Stativ erreichen: befestige die Kamera dazu am Stativ und filme verkehrt ganz nah am Boden. Das Bild kannst du dann im Schnitt um 180 Grad drehen.
2# Mach ruhige Aufnahmen. Ein professioneller Film braucht ruhige Aufnahmen. Nutze einfach einen Selfie-Stick, investiere in ein Stativ oder bastele ein Steadybag: fülle einen etwas größeren Sack mit Reis und bette die Kamera darin ein.
5#Lass die Kamera laufen. Gerade bei Tieraufnahmen weiß man nie, wann etwas Spannendes passiert. Spare deshalb nicht mit Aufnahmen. Hab Geduld und packe genügend Speicherkarten ein!
6# Denke beim Dreh schon an den Schnitt. Unterschiedliche Einstellungsgrößen und Effekte wie Zeitlupen oder Zeitraffer machen den Film abwechslungsreich. Spiele mit Totalen und Halbtotalen, sowie mit Detailaufnahmen und Super-Close-Ups. Faustregel: 2/3 Großaufnahmen, 1/3 Totalen.
7# Denke an den Ton. Auch die schönsten Bilder brauchen akustische Untermalung. Mache deswegen zu jedem Setting eine sogenannte Atmo. Dazu nimm einfach mit dem Smartphone den Ton des Schauplatzes auf. Die Sequenz sollte mindestens so lang sein, wie die Szene am Schluss dauern soll, lieber etwas länger. 5 bis 10 Minuten sollten aber genügen.
8# Kenne deine Story. Formuliere deine Geschichte in einem einfachen Satz, dann hast du den roten Faden. Für die Recherche konsultiere deinen Bio-Professor, schaue dir andere Dokus an und geh in den Zoo oder in den Tierpark.
9# Geduld. Wer nur wenig Geld für die Produktion hat, kann mit Zeit punkten. Gute Vorbereitung erspart Ärger und garantiert Qualität auch bei geringem Budget. Ausdauer und viel Wissen sind deine besten Freunde!
Die Grundausrüstung
Eine digitale Spiegelreflexkamera mit Filmfunktion ist bereits ein sehr umfassendes Gerät und kann bei richtigem Handling wunderschöne Aufnahmen machen. Setze dich aber vorher mit dem Gerät ein wenig auseinander und kenne die wichtigsten Funktionen wie Belichtungszeit, Blendeneinstellung und Weißabgleich.
Actionkameras eignen sich für Szenen unter Wasser und sind wetterfest. Allerdings muss man bei den Aufnahmen mit Bildkorrekturen in der Postproduction rechnen
Smartphones machen inzwischen sehr gute Filmaufnahmen und haben oft eine Zeitlupenfunktion. Für Establishing-Shots, also für Totalen zum Einleiten eines Schauplatzes, eignen sich Handyaufnahmen sehr gut.
Verschiedene Objektive machen unterschiedliche Aufnahmen. Ein Makroobjektiv, ein Teleobjektiv und ein Objektiv mit Normalbrennweite gehören zur Grundausstattung.
Ein professioneller Film braucht ruhige Aufnahmen. Investiere in ein Stativ oder bastele ein Steadybag: fülle einen etwas größeren Sack mit Reis und bette darin die Kamera.
Stift und Papier: Hier haltest du Ideen und Erkenntnisse fest, notierst dir Termine und den besten Zeitpunkt für bestimmte Aufnahmen. Notiere dir auch während des Drehs, wenn besondere Szenen passieren, so findest du beim Schnitt schnell hin.
Einfach aufbereitetes Film-Wissen: www.movie-college.de/filmschule
Kostenlose und unter Urheberangaben frei verwendbare Soundtracks: www.jamendo.com
Diese Arbeit entstand für BIORAMA #44 in Zusammenarbeit mit Hanna Waldbauer.


